Doppelter Ausbildungs-Aufbruch: Jena wächst, Erfurt kommt dazu
Thüringen investiert gerade sichtbar in seinen zahnmedizinischen Nachwuchs: In Jena – dem traditionsreichen Universitätsstandort mit eigener Zahnklinik – ist ein Klinik-Neubau in Planung, und seit 2025 baut mit der HMU Health and Medical University in Erfurt eine private Hochschule einen zweiten Zahnmedizin-Studiengang auf. Dazu startet zum Wintersemester 2026/27 die Landzahnarztquote: Studienplätze, die nicht nach Abiturnote, sondern nach Eignung, Berufserfahrung und Motivation vergeben werden – verbunden mit zehn Jahren Tätigkeit in einer Bedarfsregion. Wer in Thüringen bleiben will, wird hier mit offenen Armen empfangen.
Gehalt: Die Kammer legt vor (Stand 2026)
Thüringen ist das einzige ostdeutsche Land mit einer eigenen, konkreten Kammer-Gehaltsempfehlung fürs Praxisteam – und die wurde zum Jahresstart deutlich angehoben: Für ausgebildete ZFA werden je nach Berufsjahren rund 2.800 bis über 3.000 Euro brutto empfohlen, mit Aufschlägen von etwa 17 Prozent für ZMP, ZMV oder ZMF und rund 21 Prozent für Dentalhygienikerinnen; Azubis sollen 1.050, 1.150 und 1.250 Euro erhalten. Die Empfehlungen liegen damit bewusst über dem bisherigen Marktniveau – ein klares Signal, in welche Richtung sich die Gehälter bewegen. Bei angestellten Zahnärztinnen und Zahnärzten ist Grundgehalt plus Umsatzbeteiligung üblich.
Generationswechsel heißt: Gestaltungsspielraum
Die Thüringer Zahnärzteschaft gehört zu den erfahrensten Deutschlands – das Durchschnittsalter liegt bei rund 54 Jahren, und Jahr für Jahr suchen Dutzende Praxen eine Nachfolge. Für Einsteiger und Wechsler ist das die Chance schlechthin: eingeführte Praxen samt Patientenstamm, Landesförderung von bis zu 50.000 Euro plus Barrierefreiheits-Zuschuss für Gründung oder Übernahme (gestaffelt nach Gemeindegröße), ergänzende Zuschüsse in besonders gesuchten Regionen – und Kommunen, die aktiv mit anpacken: In Geisa etwa hat die Gemeinde ihr Ärztehaus modernisiert, damit sich ein junger Zahnarzt niederlassen konnte. Auch geförderte Anstellungen sind möglich – der Einstieg muss nicht gleich die eigene Praxis sein.
Zahntechnik-Hochburg mit kurzen Wegen
Nirgendwo in unserer Börse ist der Anteil an Laborstellen höher – Thüringens Dentallabore zwischen Gera, Erfurt und dem Eichsfeld suchen laufend Verstärkung. Für Azubis gibt es fünf ZFA-Berufsschulstandorte im Land, und der Nachwuchs zieht an: 2025 wurden rund 15 Prozent mehr Ausbildungsverträge geschlossen – doppelt so starkes Wachstum wie im Bund. Erfreulich auch die Vorsorge-Bilanz: Thüringer Kinder gehören bei der Kariesfreiheit zur Spitze, seit 2012 begleitet ein eigener Kinder-Zahnarztpass jedes im Land geborene Kind. Über die Städteliste auf dieser Seite kommst du direkt zu allen Orten mit aktuellen Anzeigen.
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