Vier Bezirkskammern unter einem Dach
Wie sein Nachbar Baden-Württemberg setzt Rheinland-Pfalz auf Dezentralität: Unter der Landeszahnärztekammer arbeiten die Bezirkszahnärztekammern Koblenz, Trier, Rheinhessen und Pfalz – Ausbildungsbetreuung, Prüfungen und viele Fortbildungen laufen direkt über den jeweiligen Bezirk, die Kassenzahnärztliche Vereinigung organisiert landesweit die Versorgung. Wie eigenständig die vier Bezirke sind, zeigen zwei Details: Beim ZFA-Nachwuchs legte Rheinhessen zuletzt um mehr als 40 Prozent zu, während Koblenz deutlich verlor – und Pfälzer Zahnärzte sind aus historischen Gründen bis heute bei der Bayerischen Ärzteversorgung abgesichert statt beim Versorgungswerk der Landeskammer.
Vier von zehn Behandlern sind schon angestellt
Kaum ein Bundesland zeigt den Wandel der Zahnarztpraxis so deutlich: Von den gut 3.000 Vertragszahnärztinnen und -zahnärzten im Land arbeiten nach aktuellen Landeszahlen bereits über 1.200 angestellt – und unter den Angestellten stellen Frauen mit 58 Prozent die Mehrheit. Gleichzeitig hängen drei Viertel der Praxen an genau einem Inhaber, und gerade in Eifel, Hunsrück und Westerwald häufen sich Berichte über Praxen, die mangels Personal oder Nachfolger früher aufgeben als geplant. Für Bewerber dreht das den Spieß um: Wer übernehmen oder angestellt einsteigen will, trifft auf Praxen, die aktiv umwerben – oft mit Verantwortung und Konditionen, die es in der Stadt so schnell nicht gibt.
Gehalt: freie Verhandlung mit Tarif-Nachbarschaft (Stand 2026)
Rheinland-Pfalz ist kein Tarifgebiet – die Vergütung wird frei vereinbart. Die Messlatte hängt trotzdem hoch, denn das benachbarte Saarland gehört zu den wenigen Tarifregionen: dort für ZFA rund 2.620 bis 3.290 Euro brutto je nach Berufsjahren, für ZMP/ZMV mindestens 25 Prozent mehr, für Dentalhygienikerinnen mindestens 30 Prozent. An diesen Werten orientieren sich auch viele rheinland-pfälzische Praxen; bei angestellten Zahnärztinnen und Zahnärzten ist Grundgehalt plus Umsatzbeteiligung der Standard.
Ein Studienort – und 300 Euro pro Woche fürs Landpraktikum
Zahnmedizinischer Nachwuchs entsteht im Land an genau einer Adresse: der Universitätsmedizin Mainz. Damit er später nicht nur in den Städten arbeitet, greift die Kassenzahnärztliche Vereinigung tief in die Tasche: Famulaturen in ländlichen Praxen werden mit 300 Euro pro Woche gefördert – bis zu 1.200 Euro für vier Wochen, so viel wie kaum irgendwo sonst. Die Absolventen sind entsprechend begehrt; viele Praxen sichern sich ihre Verstärkung früh über Assistenzzeit-Stellen. Über die Städteliste auf dieser Seite kommst du direkt zu allen Orten mit aktuellen Anzeigen.
Übrigens: Dentalvermittlung.de ist die Stellenbörse der Zahnmedizin – keine Personalvermittlung: Praxen aus ganz Rheinland-Pfalz inserieren hier direkt, und du bewirbst dich kostenlos und ohne Umwege beim Arbeitgeber deiner Wahl.