Generationenwechsel: Warum Niedersachsen gerade Verstärkung sucht
Die Landeszahlen sind deutlich: 69 Prozent der zugelassenen Zahnärztinnen und Zahnärzte sind mindestens 50, mehr als ein Drittel bereits über 60 – ein Großteil der Praxisübergaben fällt also in ein enges Zeitfenster, während parallel die Zahl der MVZ binnen zehn Jahren von 4 auf 125 gestiegen ist. Wie ernst das Land den Nachwuchs nimmt, zeigt die Selbstverwaltung: Kammer und Kassenzahnärztliche Vereinigung fördern die Famulatur von Zahnmedizin-Studierenden gemeinsam mit 200 Euro pro Woche in strukturschwachen Regionen (ab 2027: 250 Euro), es gibt Vorstöße für eine Landzahnarztquote – und sogar die Bürgermeister von fast 150 Gemeinden mit niedriger Versorgungskennzahl wurden direkt angeschrieben. Praxisnachfolge ist hier Kommunalpolitik. Für Bewerber heißt das: Gerade außerhalb der Zentren sind Konditionen und Perspektiven oft besser, als viele denken.
Tarifland Niedersachsen: Was das Praxisteam verdient (Stand 2026)
Niedersachsen ist eine der wenigen Tarifregionen Deutschlands. Für ZFA sieht der Vergütungstarifvertrag 2026 je nach Berufsjahren rund 2.620 bis 3.290 Euro brutto vor; ZMP und ZMV sind mindestens 25 Prozent darüber eingruppiert, Dentalhygienikerinnen mindestens 30 Prozent – und auch Praxen ohne Tarifbindung nehmen diese Werte meist als Messlatte. Angestellte Zahnärztinnen und Zahnärzte verhandeln dagegen frei, üblich ist ein Grundgehalt plus Umsatzbeteiligung.
Studium, Famulatur, Aufstieg: die Nachwuchs-Schiene
Zahnmedizin lässt sich im Land an zwei Standorten studieren – an der Medizinischen Hochschule Hannover und in Göttingen. Fürs Praxisteam bündelt die Fortbildungsakademie der Kammer in Hannover das Angebot: von Kurz-Seminaren bis zu den Aufstiegsfortbildungen ZMP, ZMV und Dentalhygienikerin, ergänzt um Online-Formate – für ein Flächenland kein Detail, sondern Voraussetzung. Der ZFA-Nachwuchs wächst kräftig: 2025 wurden fast 1.900 neue Ausbildungsverträge geschlossen, rund zwölf Prozent mehr als im Vorjahr.
Hannover ist nicht alles
Oldenburg, Braunschweig, Lüneburg und Hildesheim folgen dicht auf die Landeshauptstadt, und selbst Küsten- und Harz-Orte sind regelmäßig vertreten. Auffällig stark ist außerdem die Zahntechnik: Niedersachsens Labor-Stellenmarkt gehört in unserer Börse zu den drei größten bundesweit. Über die Städteliste auf dieser Seite kommst du direkt zu allen Orten mit aktuellen Anzeigen.
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