Premiere im E-Werk: Brandenburg bildet jetzt selbst aus
Jahrzehntelang war Brandenburg das einzige Bundesland ohne eigene Zahnmediziner-Ausbildung – wer Zahnarzt werden wollte, musste zum Studium wegziehen. Das hat sich gerade geändert: 2024 startete der Modellstudiengang Zahnmedizin an der Medizinischen Hochschule Brandenburg, und im August 2026 wurde in Brandenburg an der Havel die erste Universitätszahnklinik des Landes eröffnet – untergebracht in einem denkmalgeschützten früheren Elektrizitätswerk, voll digitalisiert bis zur KI-gestützten Diagnostik und im Ausbau auf 40 Behandlungsplätze. Für den Stellenmarkt ist das mehr als Symbolik: Erstmals entsteht Nachwuchs, der im Land verwurzelt ist.
Die große Übergabe: Bis 2030 werden viele Nachfolger gesucht
Und dieser Nachwuchs hat beste Aussichten: Nach Einschätzung der Landeszahnärztekammer könnten bis 2030 rund 40 Prozent der heute praktizierenden Zahnärztinnen und Zahnärzte altersbedingt ausscheiden – und etwa jede zweite abzugebende Praxis findet derzeit keinen Nachfolger. Dabei liegt der Versorgungsgrad schon heute landesweit nur bei rund 91 Prozent, in einzelnen Regionen wie der Lausitz bei gut 70 – ohne dass irgendwo formal Unterversorgung festgestellt wäre. Wer jetzt einsteigt oder übernimmt, wird also nicht nur gesucht, sondern gebraucht.
Bis zu 100.000 Euro Förderung – aber nicht im Speckgürtel
Niederlassungen und Praxisübernahmen werden aus einem Strukturfonds mit bis zu 50.000 Euro gefördert, in besonders förderfähigen Regionen mit bis zu 100.000 Euro. Die Landkarte dazu ist bemerkenswert: Berlin-nahe Gemeinden wie Kleinmachnow, Teltow oder Königs Wusterhausen sind von der Förderung ausgenommen, wenige Kilometer weiter draußen gilt der volle Satz – 30 Kilometer können über sechsstellige Zuschüsse entscheiden. Wie stark der Markt Bewerbern gehört, zeigt die offizielle Stellenbörse des Landes: Zuletzt standen dort rund 175 Stellenangeboten ganze vier Gesuche gegenüber.
Gehalt und Nachwuchs (Stand 2026)
Brandenburg ist kein Tarifgebiet – verhandelt wird frei. Das mittlere ZFA-Vollzeitgehalt liegt mit rund 2.550 Euro brutto zwar noch unter den westlichen Tarifwerten (deren Einstieg 2026: 2.620 Euro), ist damit aber der höchste Wert im Osten – der Berlin-Rand zieht das Niveau, denn im Speckgürtel konkurrieren die Praxen direkt mit Berliner Gehältern. Aufstiegsstufen wie ZMP, ZMV oder DH heben das Gehalt deutlich. Bei angestellten Zahnärztinnen und Zahnärzten ist Grundgehalt plus Umsatzbeteiligung üblich. Und der Nachwuchs kommt in Bewegung: 2025 stieg die Zahl neuer ZFA-Ausbildungsverträge um fast die Hälfte – einer der stärksten Zuwächse bundesweit. Über die Städteliste auf dieser Seite kommst du direkt zu allen Orten mit aktuellen Anzeigen.
Übrigens: Dentalvermittlung.de ist die Stellenbörse der Zahnmedizin – keine Personalvermittlung: Praxen aus ganz Brandenburg inserieren hier direkt, und du bewirbst dich kostenlos und ohne Umwege beim Arbeitgeber deiner Wahl.